Osho

„Rajneesh“ Chandra Mohan Jain (hindi रजनीश चन्द्र मोहन जैन) (* 11. Dezember 1931 in Kuchwada, Madhya Pradesh, Indien; † 19. Januar 1990 in Pune, Maharashtra, Indien) war ein indischer Realisierter.

Manche sagen auch Erleuchteter.
Seit ich Karl Renz kenne, unterscheide ich Erleuchtung und Realisation. Erleuchtung ist ein Zustand, der immer wieder "verschwinden" kann. Die Realisation ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Realisation heißt ganz einfach, dass es kein Ich mehr gibt, da ist niemand mehr, es gibt nur noch Einssein.

Den Namen Osho gaben ihm Sanyasinns in seinem Umfeld. Denn er legte in seinem letzten Lebensjahr seinen Namen ab. Dadurch entstand die Schwierigkeit der Benennung, der transkribierten Bücher Oshos. Außerdem wollte sein Umfeld einen Namen, um ihn ansprechen zu können. Er stimmte dem ausgewählten Namen "Osho" zu. Osho ist ein japanischer Titel im Zen Buddhismus.

Osho war der Meinung, dass Menschen schockiert werden müssten, nur so könne man sie aufwecken. Schockiert zeigten sich viele Inder von einer Vortragsreihe 1968, in der er die Einstellungen der indischen Gesellschaft gegenüber Liebe und Sex scharf kritisierte und für eine freizügigere Atmosphäre plädierte. Die Grundenergie der Sexualität ist göttlich, sagte er; sexuelle Gefühle dürfen nicht unterdrückt werden, sondern dankbar akzeptiert werden. Nur durch Anerkennung seiner wahren Natur kann der Mensch frei werden. Von Religionen, die für einen Rückzug vom Leben eintraten, hielt er nichts; wahre Religion, so sagte er, ist eine Kunst, die Lehre, wie man das Leben genießen kann.

Wo Verwirrung ist, gibt es auch Sicherheit; wenn die Verwirrung verschwindet, verschwindet auch die Sicherheit. Du bist einfach - klar, weder verwirrt noch sicher, einfach eine Klarheit, eine Transparenz. Und diese Transparenz hat eine Schönheit, diese Transparenz ist Gnade, sie ist kostbar.

"Ich bin kein Philosoph, der versucht, ein Gedankensystem zu erschaffen. Ich bin ein Mystiker, der versucht die Mysterien zu vermitteln, die sich mir erschlossen haben. Ich werde euch verwirren."

Der Weg zur authentischen religiösen Erfahrung liegt darin, das Leben als Ganzes anzunehmen, es in allen seinen Facetten zu lieben und täglich zu feiern. Jede wie auch immer geartete Tätigkeit kann dem inneren Wachstum dienen.

Meditation bedeutet dabei, ein Zeuge aller inneren Vorgänge zu sein, den Strom der Gedanken und Empfindungen an sich vorbeiziehen zu lassen, ohne sich weiter mit ihnen zu identifizieren. Auf diese Weise kann man ihre Vorläufigkeit erkennen und sein Gespür für die Realität hinter der rational oder sinnlich wahrnehmbaren, vergänglichen Welt schärfen. In dem Moment, wo der Meditierende nur noch Zeuge ist, erfährt er, wer er wirklich ist.

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