Impressionen von unseren Hügelbeeten (30. Juni 2013) - von Helmut

 

So langsam wird es grün und auch schon ein bisschen bunt in unseren Holzer'schen Hügelbeeten. Seht selbst:

 

 

Die Russische Traubengurke in der Blüte wächst zusammen mit Karotten, Ringelblumen und Eichblattsalat. Die verschiedenen Pflanzen supportieren sich gegenseitig. Dadurch sind alle kräftig und gesund. Den Eichblattsalat ernten wir als Pflücksalat schon seit Mitte Mai und er blüht immer noch nicht aus und ist somit nach eineinhalb Monaten noch genauso lecker wie am Anfang.

 

 

Beikräuter, in der konventionellen Landwirtschaft als Unkräuter bezeichnet, stärken das Wachstum der Kulturpflanzen und halten sie gesund, da sie sie mit wichtigen Nährstoffen versorgen.

Hier seht Ihr auf der linken Bildseite eine blaue Kartoffelsorte in der Blüte. In der Mitte Kichererbsen und rechts einen ausblühenden Kopfsalat zur Samengewinnung oder Selbstaussaat, dahinter Buchweizen.

 

 

So sieht das aus, wenn man näher hinschaut:

Gesunde, kräftige Kichererbsen, bereits fertige Schoten und Blüten zwischen wilder Ackermelde, Fuchsschwanz (eine europäische Amaranthsorte) und anderen Beikräutern.

Nur im zeitigen Frühjahr, falls die Beikräuter die Kulturpflanzen zu überwuchern drohen, rupfe ich zu große Pflanzen aus und belasse sie als Mulch (im Ganzen!) auf den Hügeln.

 

 

Und hier noch mal eine Grossaufnahme der Kichererbse. Sie schmeckt gekocht absolut lecker. Aber hauptsächlich benutzen wir sie als Mehl für Kuchen, Rösti oder Apfelküchlein. Gesünder und viel, viel leckerer als Getreidemehl! Ich werde demnächst einige Rezepte online stellen - z.B. Rührkuchen aus Kichererbsenmehl mit unseren Schattenmorellen, Bananen, gemahlenen Walnüssen und Kakao; serviert mit Cashewsahne und Morellensaft. Ich ließe dafür jede Schwarzwälder Kirschtorte stehen...

 

 

Weißkraut vor der Kopfbildung. Im Mulch stehend und supportiert von verschiedenen Beikräutern. Die nächste Kohlpflanze kommt erst zwei Meter weiter auf der anderen Hügelseite. Dazwischen Karotten, Tomaten, Gurken, Salat u. a.. So können Raupen nicht überhand nehmen. Kohlfliegen, die in Monokulturen den Kohlanbau ohne Gift unmöglich machen, habe ich in unserer Permakultur noch nicht gesehen.

 

 

Ungarische Kürbisse und ungarische Tomaten. Die haben wir nicht gesät; zumindest nicht bewusst :-)). Da wir alle Küchenabfälle wieder als Mulch in oder auf die Hügelbeete bringen, geht das was wir im letzten halben Jahr gegessen haben überall auf und versorgt uns mit leckerem Gemüse.

"Sehet die Vöglein; sie sähen und sie ernten nicht und der Herr nähret sie doch..." oder so ähnlich...

Wir lesen gerade ein Buch des Japaners Masanobu Fukuoka, "Die Suche nach dem verlorenen Paradies". Der Erfinder der "Natürlichen Landwirtschaft" spricht gerne von der "Nichts tun - nur Sähen" Landwirtschaft.

 

 

 

Neben ausblühendem Schnittsalat und kurz vor der Blüte stehendem Eichblattsalat wächst junger Eichblattsalat und ein kleiner Hokkaidokürbis.

 

Im Moment sähe ich noch regelmäßig nach, damit wir z.B. ständig Salate ernten können. Nächstes Jahr wird das die Natur für uns erledigen. Verschiedene Sorten mit verschiedenen Erntezeiten. Die Samen der frühen Salate fallen bereits im Juni wieder in die Mulchschicht. Ende Juli kann bereits die zweite Generation geerntet werden.

Salate in der ungarischen Sommerhitze --- das glaubt uns hier keiner, der es nicht gesehen hat. Salat der nicht abgemulcht ist und von hohen Beikräutern vor der Sonne geschützt wird, vertrocknet hier einfach. Deshalb wird in Ungarn von Juni bis Oktober kein Salat angebaut.

 

 

Eine Scheibengurke. Sie mag sehr viel Licht und rankt deshalb gerne auf dem Hügelgrat; so hat sie den ganzen Tag volle Sonne.

 

 

Ein Hügel im Hügel :-)). Große Waldameisen sind außer Regenwürmern und Bienen die wichtigsten Nutztiere in der Permakultur. Sie halten Schädlinge unter Kontrolle und düngen den Boden.

 

 

Die Zucchinis habe ich direkt in den Hang eingesät. Ich habe das Gras dazwischen abgerupft und die Pflanzen abgemulcht. Da es hier sehr trocken ist, wäre es allerdings besser gewesen, Gras und Beikräuer nicht abzurupfen. So wäre der ganze Boden besser vor Verdunstung geschützt.

Wir haben nur begrenzten Wassernachlauf im Brunnen und möchten die Pflanzen auch nicht von zusätzlichen Wassergaben, die die Nährstoffe nur in tiefere Erdschichten spülen, abhängig machen.

 

 

Die Frühkartoffeln sind kurz vor der Ernte. Das Kraut ist schon am absterben. Dazwischen habe ich Platterbsen gepflanzt, die wie alle Leguminosen Stickstoffe der Luft entnehmen, diese in ihre Wurzelknollen einlagern und somit nicht nur sich, sondern auch andere Pflanzen mit Dünger versorgen.

 

 

Zum Vergleich Kartoffeln, die erst im Spätherbst geerntet werden und über den Winter eingelagert werden. Dazwischen wieder verschiedene, noch kaum sichtbare Leguminosenarten: Bohnen, Kichererbsen und Erbsen. Das Kartoffelkraut steht noch in sattem Grün.

 

 

Trotz kühlem Mai, gibt es schon die ersten reifen Tomaten in den warmen Hügelbeeten.

 

 

Ein Hokkaidokürbis. Vor allem zur Keimung und in den ersten Wochen sind Kürbisse, Gurken und Paprika sehr wärmebedürftig. Unsere Paprikas sind noch Winzlinge. Im April war es sehr heiß aber zu trocken und im Mai zu kalt und zu trocken. Im nächsten Jahr werde ich Paprika wohl erst mal vorziehen und dann in Wärmefallen, wie das Sepp Holzer nennt pflanzen. Das sind einfach sonnige, windgeschützte Stellen mit vielen und großen Steinblöcken, die die Tageswärme speichern und über Nacht an die Umgebung abgeben. Sepp Holzer kultiviert mit dieser Methode Zitronen, Kiwis und Süßkirschen in 1600m Seehöhe.

 

Vieles hat auch noch nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe, z.B. sind die meisten Kohlsamen aufgrund der Trockenheit und einer zu dichten Mulchschicht nicht aufgegangen. Der Mulch, am besten Heu, darf nach der Aussaat nur lose und ungeschnitten ausgebracht werden. Die Samen wachsen dann in den Lücken. Zu wenig Mulch ist auch nicht gut, weil dann der Boden austrocknet. Es muss also schon stimmen.

 

Es macht mir viel Freude zu lernen und gleichzeitig zu erkennen, dass es ein leichtes sein wird uns nicht nur selbst zu versorgen, sondern im absoluten Überfluss zu schwelgen.

 

Der Ackerboden in Ungarn ist extrem schlecht; er besteht eigentlich aus sandigem Lehm ohne eine Spur von Humus. Die Pflanzen leben in der konventionellen Landwirtschaft eigentlich ausschließlich von Kunstdünger, Chemikalien. Jeder neu entstehende Humus wird durch Pflügen, Wind und starken Regenfällen im Winter und Frühjahr von den Hängen geweht und gespült. Kleintiere und Wirbellose, wie Regenwürmer, die den Boden natürlich düngen sollten, können in Agrarwüsten auch nicht leben.

Die Pflanzen die geerntet werden sind extrem nährstoffarm und durch die verwendeten Pestizide giftig. Die wenigen Nährstoffe, die die Pflanzen enthalten, entstammen teilweise den Düngechemikalien.

Und wir Menschen essen diese Pflanzen und wundern uns, dass wir eigentlich immer mehr oder weniger krank sind.

 

Besonders lächerlich wird das Ganze, wenn man weiß, dass in der konventionellen Landwirtschaft jeder zweite Euro vom Steuerzahler kommt. 50% Subventionen! Konventionelle Landwirtschaft ist weder wirtschaftlich überlebensfähig, noch kann sie Nahrung produzieren, die uns gesund und lebensfähig erhält.

 

Bereits im ersten Jahr natürlicher Permalandwirtschaft, werden wir eine einigermaßen gute und gesunde Ernte haben.

Es ist schon phänomenal, wie verwirrt die Menschheit ist, denke ich wieder mal so, wenn ich diese Zeilen schreibe... . Da hilft es nur, sich zu erinnern, dass alles was ist schon deshalb perfekt ist, weil es ist, auch wenn wir es (noch) nicht verstehen.

 

Liebe Grüße von Helmut

 

 

Und was ist das?

 

 

Nein - keine Wegwarte, aber an den Blüten und Blütenständen sieht man deutlich, dass er von ihr abstammt, der Zuckerhutsalat.

 

Die Pflanzen haben diesen Winter einmal -12°C ohne isolierende Schneedecke schadlos überstanden. Was da gerade blüht, gibt unsere Samen für die Herbstsaat:

 


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