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In
den 90er Jahren habe ich den großen Erfolg der Bürgerbewegung gepriesen,
die sich der Erhaltung und Restaurierung alter Gebäude verschrieben
hatte. Lasst uns die Infrastruktur und die Tradition alter Gebäude und
Stadtteile erhalten! Lasst uns die Schiebefenster vor dem Aussterben
bewahren!
Als Junge im ländlichen Illinois schaute ich mir verträumt die
Reklamebilder der Jachten an, die sich hinten in den Büchern über
Segelboote befanden. Ich wusste was ich wollte - eine Ketsch mit
Gaffeltakelung! Aus Holz natürlich.
Die Leute, die den Bestellkatalog für Weihnachten machten, wissen, was
sich meine Altersgruppe wünschte, ich bin heute 69 Jahre. Den Kindern
schenken wir Bauklötze oder eine Spielzeugeisenbahn. Uns selbst schenken
wir einen schicken Ledergürtel oder ein feines Baumwollhemd. Wir
studieren Kataloge mit mit Nachbildungen alter Haushaltswaren. Mein
eigener "Whole Earth Catalog" damals war, wie könnte es anders sein,
eine endlose Parade von diesem Zurück-zur-Natur-Zeugs.
Ich habe dann ein paar Segelboote aus Holz gekauft. Ihre Gaffeltakelung
erlaubte kein Segeln nach Luv. Es war ein Alptraum ihre undichten Rümpfe
und Decks instand zu halten. Ich lernte, dass Fiberglasrümpfe, über die
wir alle unsere Witze machten, denen aus Holz in jeder Hinsicht
überlegen waren.
Als ich vor zwei Jahren ein altes Bauernhaus wieder in Schuss brachte
und die Schiebefenster austauschte, entdeckte ich den derzeitigen Stand
der Fenstertechnologie. Ein Standardfenster, hergestellt mit genau den
gewünschten Maßen, hat hervorragende Isolationseigenschaften,
ausgezeichnete Scharniere, Kurbeln und Schlösser, einen ausklappbaren
Schirm und es sieht sehr gut aus. Das Gleiche gilt für neuartige Türen,
die Kücheneinrichtung und sogar Möbelfüße, die man bekommen kann, und
alles in seiner Qualität deutlich verbessert.
Langsam wurde mir klar: Die guten alten Dinge kannst Du vergessen. Sich
an die schönen alten Sachen zu klammern, ist wie in den Bergen ein Hemd
aus 100% Baumwolle zu tragen, das ist einfach Schwachsinn.
Was ich noch zu
sagen hätte:
Diesen kurzen Bericht habe ich in der Zeitschrift "What is Enlightment"
gefunden. Mich hat er deshalb sehr angesprochen, da ich selbst alten
Dingen sehr gerne den Vortritt gebe. Ganz einfach aus Erfahrung und aus
einem Lebensgefühl heraus. Ich mag nun mal lieber meinen guten alten
Holzherd. Er vermittelt mir ein Stück Kultur und Ruhe. Das Holz, das er
benötigt, damit ich kochen kann und es im Winter warm habe, spalte ich
selbst in der Scheune. Mein Apfelkuchen oder Holzofenbrot ist
unbeschreiblich. Die andere Seite ist, dass auch ich an alten Dingen
hing, die wirklich nicht mehr tauglich waren. Eine schöne alte und vor
allem schwere Eicheneingangstür hatte es mir angetan. Sie wurde von
altem DDR-Lack befreit und geschliffen, kleine Glasfenster wurden
eingesetzt und letztendlich wurde sie unter vielen Mühen eingebaut. Das
Ende vom Lied war, dass sie nicht dicht zu bringen war. Es zog im Winter
durch die Ritzen. So musste ich auch einsehen, dass die neue Technologie
von besserem Nutzen ist.
Ich unterscheide, welche alten Techniken und Dinge mein Leben erfreuen
und wo ich gerne darauf verzichte.
Sehr interessant finde ich, dass die Befragten darüber sprechen, dass
sie ihre alte Meinung verlassen haben und warum. Es ist durchaus
in Ordnung seine Meinung zu ändern, das ist kein Zeichen von Schwäche
sondern ein Zeichen von Entwicklung.
Herzlichst Marion
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