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"Und jetzt sage
ich etwas sehr Paradoxes", sagte Bhagwan. Wenn du total in
deiner Wut aufgehen kannst, dann verschwindet die Wut nach und
nach überhaupt. Wenn du in allem total aufgehen kannst, kommt es
zu einer großen Umwandlung. Die gesamte Energie verändert sich.
Durch die Totalität verschwindet die Wut restlos. Aber vergiß
nicht, perfekt wirst du nie. Du wächst immer.
Leben ist Wachsen. Und du kannst nur wachsen, solange du noch
nicht fertig bist. Es ist völlig in Ordnung unfertig zu sein.
Die Vorstellung perfekt sein zu müssen führt zu Angst,
Spannungen und Schuldgefühlen, ohne dich dabei im geringsten zu
verändern. Diese Vorstellung flößt euch nur das Schuldgefühl
ein, immer noch nicht perfekt zu sein.
Johns Gedanken überschlugen sich. Er hörte Bhagwans Worten zu
und verglich jedes von ihnen mit seinen Grundsätzen. Wertend und
urteilend. Wenn Bhagwan etwas sagte, dass auch er glaubte,
nickte er kräftig mit dem Kopf. Wenn er nicht mit Bhagwan einer
Meinung war, konnte er kaum an sich halten. Er wollte
aufspringen, sich zu Wort melden, ihn herausfordern: "Also
wirklich Bhagwan ....!" Herrgotthimmel, wenn selbst jemand wie
Bhagwan nicht perfekt war, was hatte es dann alles für einen
Sinn?"

"Die dritte Frage: "Ist es möglich sich einem Meister
auszuliefern und dennoch Verantwortung für sich selbst zu
übernehmen", las Bhagwan vor. "Ist es nicht Drückebergerei, sich
einem Meister zu überantworten?" Es war nicht Johns Frage, hätte
es aber sein können.
Es war eine Frage, die ihn seit dem Augenblick seiner Ankunft
beschäftigte. Sannyas nehmen oder nicht. Auf einen Meister, auf
Bhagwan hören, oder auf die Stimme seines Inneren, auf seinen
eigenen Lotsen hören.
"Erstens, sagte Bhagwan, "gibt es dich gar nicht. Wie kannst du
also für dich selber verantwortlich sein? Erst musst du da
sein, bevor du die Verantwortung für dich selbst übernehmen
kannst. Du bist nichts als ein Ego. Aber dieses Ego bist du
nicht. Das wahre DU hat nichts mit deinem Ego zu tun. Wenn du
dich überantwortest, überantwortest du nichts als dein Ego. Das
Selbst bleibt bei dir erhalten. Du überlässt mir nur das
Unwirkliche, denn das Wirkliche kann niemals weggegeben werden.
Und indem du dein Ego auslieferst, wirst du überhaupt zum ersten
mal -du selbst-
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