|
Der Intellekt ist männlich, Intelligenz ist weiblich. Der
Intellekt ist aggressiv, Intelligenz ist passiv. Der Intellekt
ist gewalttätig, Intelligenz ist gewaltlos. Der Intellekt
versucht mit Gewalt in die Realität einzudringen - genau das tut
die Wissenschaft. Er ist eine Vergewaltigung der Wirklichkeit.
Er ist hässlich. Intelligenz öffnet einfach die Tür und wartet,
daß das Licht hereinkommt.
Sie ist
empfänglich wie eine Frau. Sie ist wie ein Schoß - einfach
empfänglich, passiv. Laß dich von deiner Intelligenz lenken. Laß
nicht zu, daß dein Intellekt dich überwältigt.
H abt
ihr beobachtet, daß wenn ihr euch verliebt, die Frau unmerklich
die Übermacht gewinnt?
Du magst ein großer Mann in der Welt sein, aber wenn du mit
deiner Geliebten zusammen bist, verschwindet dein Ego einfach.
Selbst eine sehr zarte und zerbrechlich Frau wird den stärksten
Mann der Welt überwältigen.
Es geschah einmal: Ein exzentrischer König schickte einmal einen
Reiterknecht durch das Land. Er sollte alle Familienväter
testen, und jeder, der Herr im Hause war, sollte ein Pferd
erhalten. Jeder Mann, der unterm Pantoffel stand, sollte einen
Pantoffel erhalten. Wo immer der Reiterknecht hinkam, lieferte
er Pantoffel ab und hatte nie Gelegenheit, jemandem einmal ein
Pferd zu schenken. Am Ende jedoch kam er an das Haus eines
kräftigen Bauern mit einem borstigen unrasierten Gesicht, einer
tiefen Baßstimme und Muskeln wie ein Stier. Im Hintergrund war
sein dünnes, ausgemergeltes Weiblein.
Der Reiterknecht sagte: "Bist du der Herr im eigenen Haus?" Der
Bauer legte den Kopf in den Nacken und brüllte vor Lachen.
"Darauf kannst du Gift nehmen, Kleiner", sagte er, "was ich hier
sage, gilt." Und er öffnete und schloß seine Fäuste, so groß wie
Schinken. Der Reiterknecht war überzeugt. "Du bekommst ein
Pferd", sagte er, "möchtest du ein braunes oder ein graues
Pferd?" Der Bauer wandte den Kopf und reif: "Tilda, nehmen wir
das braune oder das graue Pferd?" Und er Reitknecht sagte: "Hier
hast du einen Pantoffel."
Das Ganze richtet sich nach einem ganz bestimmten Gesetz. Das
Weibliche ist mächtiger. Aber das Paradoxe ist: Das Weibliche
sieht mehr machtlos aus. Gerade da liegt seine Macht. Gerade in
der Machtlosigkeit liegt die Macht. Das Weibliche sieht
zerbrechlich aus - genau darin liegt die Macht und die Stärke.
Jeder hat beides in sich. Der Mann hat in sich eine Frau und
einen Mann. Und die Frau hat in sich eine Frau und einen Mann.
Jetzt ist es an euch. Der Akzent muss jetzt auf die folgende Art
verlagert werden: Der Intellekt ist männlich. Intelligenz ist
weiblich. Der Verstand ist männlich, Meditation ist weiblich,
empfänglich, passiv.
Wenn ihr euch nun an den Intellekt klammert, werdet ihr
fehlgehen, weil die Wirklichkeit ihre Türen nur denen öffnet,
die passiv sind - passiv, wach ... aber absolut passiv, ohne das
geringste zu tun. Verlagert den Akzent vom Intellekt auf
Intelligenz. Verlagert den Brennpunkt von den Gedanken zu den
Gefühlen.
Die Wahrheit kann nie erkannt werden; sie kann nur gefühlt
werden. Ihr könnt nicht zur Wahrheit hingehen, ihr könnt nur
offen für sie sein, so daß sie zu euch kommt. Niemand geht je zu
Gott. Wann immer du soweit bist, kommt Gott zu dir. Wenn du es
durch den Intellekt austüfteln willst, wirst du ein
Metaphysiker, ein Philosoph, ein Systemfuchs, ein Logiker. Aber
dann verfehlst du die Sache, dann gehst du absolut in die Irre.
Laß alle Logik, alles Systematisieren, alles Haarespalten sein.
Laß alle Aggressivität fallen. Das aktive Prinzip muß fallen.
Werde passiv.
Sitz schweigend da, sei schweigend da - und warte. Und
plötzlich, eines Tages, wenn du dich wirklich in deiner
Passivität niedergelassen hast, wenn du wirklich in deiner
Empfänglichkeit zentriert bist, wenn du nur noch eine Tür bist,
eine Öffnung, kommt Gott zu dir, geschieht Nirvana.
zurück |