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Es
gibt einen Grund, warum sie von diesem Buch angezogen wurden. Vielleicht
sendet Ihre Seele ihnen eine Einladung - eine Einladung mit dem tiefsten
Teil Ihrer selbst in Berührung zu kommen. Ihr tiefstes Selbst, Ihr
eigentliches Wesen, ist die Quelle allen Seins - das Feld reinen
Bewusstseins, das sich als die unendliche Vielfalt des Universums
manifestiert. Macht Freiheit und Gnade sind Eigenschaften dieses
Feldes, ebenso wie Glück, Freude und Seligkeit.
Im Verlauf meiner Arbeit sind Tausende von Menschen mit den
unterschiedlichsten Problemen und Herausforderungen in ihrem Leben zu
mir gekommen. Meine berufliche Laufbahn begann als Arzt und am Anfang
hatten die meisten Menschen, denen ich begegnete, irgendeine Form von
Krankheit, zum Beispiel Herzbeschwerden oder Krebs.
Eines Tages saß ich mit
einem Patienten zusammen, der unter Herzanfällen litt, und fragte ihn
aus einem Impuls heraus: "Warum möchtest du gesund werden?"
Sein Blick sagte "Das ist ja eine alberne Frage!". Er antwortete mir
jedoch: "Möchte nicht jeder, der krank ist, wieder gesund werden?"
"Ja," sagte ich, "aber warum willst du gesund werden?"
Er antwortete: "Wenn ich gesund werde, kann ich wieder arbeiten und mehr
Geld verdienen."
Aus irgendeinem Grund beharrte ich darauf, ihn immer weiter nach dem
Warum zu fragen. "Warum willst du mehr Geld verdienen?"
Er fand das offensichtlich amüsant, ließ sich auf dieses Fragespiel ein
und sagte: "Weil ich meinen Sohn auf eine gute Uni schicken möchte."
Ich fragte nach, warum er seinen Sohn auf eine gute Universität schicken
wolle.
Er sagte: "Ich möchte, dass mein Sohn eine gute Ausbildung erhält, damit
er erfolgreich Karriere macht."
Ich fragte ihn immer weiter Warum, Warum, Warum ...
Am Ende antwortete er: "Weil ich glücklich sein möchte."
Seit diesem Tag habe ich dieses Fragespiel nicht nur mit kranken
Patienten gespielt, die gesund werden wollten, sondern mit jedem, der
etwas will. Sie können das selbst ausprobieren. Fragen Sie Menschen, was
sie möchten, und wenn sie Ihnen dann sagen, was sie wollen, fragen Sie
weiter nach dem Warum, bis Sie schließlich die letzte innerste Antwort
hören: "Weil ich glücklich sein möchte."
Glück ist anscheinend das Ziel hinter allen anderen Zielen. Doch suchen
die meisten Menschen Glück auf Umwegen. Wir haben materielle Ziele; zum
Beispiel wollen wir ein schönes Haus, ein besseres Auto oder
irgendwelche Luxusdinge. Wir haben Ziele, die mit Beziehungen zu tun
haben. Wir wollen uns sicher und zuhause fühlen, wir möchten spüren, das
wir angenommen werden und dazugehören. Wir möchten uns gern frei und
kreativ zum Ausdruck bringen. Manche von uns wollen Reichtum oder Macht,
andere streben nach Ruhm. Wenn Sie jedoch Menschen fragen, warum sie
alle diese Dinge suchen, bleibt die letzte Antwort immer dieselbe: Sie
glauben, erst wenn sie alle diese Dinge erlangt haben, werden sie
glücklich sein.
Als ich so mit den Menschen sprach, fing ich an, eine Idee zu
entwickeln. Warum sollte ich nicht Glück zum obersten Ziel machen? Warum
sollte man Glück immer auf Umwegen anstreben, sozusagen aus zweiter Hand
bekommen?
Und ich entdeckte etwas, das noch viel interessanter war: Wenn wir Glück
zu unserem Hauptziel machen, wenn wir Glück die primäre, die erste Rolle
spielen lassen anstatt es als ein sekundäres, zweitrangiges Ziel zu
verfolgen, dann können wir all das andere, das wir möchten, ganz leicht
leisten, vollbringen und erlangen.
Viele spirituelle Traditionen stellen fest, dass alles zu Ihnen kommt,
wenn Sie nur das Höchste zuerst suchen. Christus sagt im Neuen Testament
zum Beispiel: "Suchet erst nach dem Reiche Gottes, dann wird euch alles
andere dazugegeben." Das Reich Gottes ist kein weit entfernter Ort in
irgendeinem verlassenen Winkel des Universums, sondern ein
Bewusstseinszustand. Dasselbe gilt für das Glück.
Die meisten Menschen sagen: "Ich bin glücklich, weil ... weil ich eine
Familie und Freunde habe, weil ich einen super Job habe, weil ich Geld
und materielle Sicherheit besitze." All diese Begründungen für Glück
sind ziemlich dürftig, denn diese Dinge kommen und gehen wie eine
Sommerbrise. Wenn sich das Glück uns entzieht, suchen wir Genüsse mit
Hilfe suchtbestimmter Verhaltensweisen, in der unterbewussten Hoffnung,
dass wir so Freude finden werden.
Äußerliche Ursachen für Glücksempfinden erzeugen jedoch nie wahre
Freude. Freude ist ein innerlicher Bewusstseinszustand, der bestimmt,
wie wir die Welt wahrnehmen und erleben. Die innere Quelle von Freude -
unser Verbindung mit unserem Schöpfer, unserer Quelle, unser innerstes
Selbst - ist die Ursache, während Glück deren Folge und Wirkung
darstellt.
Wenn Sie die Verbindung mit Ihrer inneren Quelle der Freude verloren
haben, wenn das Glück, das Sie erfahren, sich immer aus äußeren
Situationen ergibt, dann sind Sie den Umständen und jedem Fremden, den
Sie treffen, völlig ausgeliefert. Diese Art von Glück wird immer sehr
flüchtig bleiben.
Vedanta (Altindische spirituelle Philosophie) ist eine der ältesten
Philosophien der Welt. Vedanta teilt uns mit, dass Glück, das auf einer
bestimmten Ursache beruht, nur eine andere Form von Leid darstellt, weil
uns diese Sache ja jederzeit fortgenommen werden könnte. Wir sollten
nach dem Glück suchen, das Seligkeit ohne jeden Grund und jede Ursache
erfahren lässt.
Glücklich zu sein ist ein Bewusstseinszustand, der schon in uns
existiert, aber häufig von allen möglichen Ablenkungen und Zerstreuungen
verdeckt wird. So wie ein herrlicher Sonnenaufgang vielleicht hinter
Wolken versteckt ist, so bleibt auch unsere innere Glückseligkeit unter
unseren Alltagssorgen und all unseren täglichen Angelegenheiten
verborgen. Die gesellschaftlichen Konditionierungen und die Begrenzungen
der bewussten Wahrnehmung verhindern, dass wir einen Blick auf dieses
Himmelreich werfen, das in den Tiefen unseres Herzens versteckt liegt.
Wir können uns jedoch sehr wohl über die Wolken der Konditionierung
erheben und die Quelle der Freude tief in unserem Inneren
wiederentdecken. Wenn wir diese Freude finden, fangen herrliche und
wundersame Dinge an, sich zu ereignen. Wenn Glück in uns und durch uns
einen Ausdruck findet, dann stellt sich dabei das Gefühl einer
Verbindung mit der schöpferischen Kraft des Universums ein. Und wenn wir
diese Verbindung erst einmal haben, dann spüren wir, dass uns nichts
davon abhalten kann, das zu erreichen, was wir uns wünschen.
Wenn unser Leben ein Ausdruck des inneren Zustands von Glück ist,
entdecken wir in uns ein riesiges Reservoir an Kraft und Macht (Macht
ist in der deutschen Sprache leider historisch negativ besetzt. Im
spirituellen Sinn ist Macht jedoch völlig neutral bzw. positiv). Diese
Macht befreit uns von Angst und Begrenzungen und gestattet uns, dass wir
die gesamte Fülle dessen erkennen und verwirklichen, was wir anstreben.
Noch wichtiger ist: Diese Macht fördert alle unseren Beziehungen und
macht sie wahrhaft erfüllend. Wir stellen fest, dass wir zu
Strahlen des Lichts und der Liebe werden und dass bereits unsere
Gegenwart die Umgebung nährt, in der wir sind. Menschen fühlen sich
angezogen, unsere Vorhaben und Wünsche zu unterstützen, und
sogar die Natur geht auf unsere Absichten ein. Je mehr wir im Zustand
der Glückseligkeit leben, desto häufiger und intensiver erfahren wir die
spontane Erfüllung von Wünschen in Form von Synchronizitäten und
bedeutungsvollen "Zufällen". In vielen spirituellen Traditionen
spricht man dann von einem Zustand der Gnade. Gnade zu erleben heißt,
sich zur rechten Zeit am rechten Ort zu befinden, die Unterstützung der
Naturgesetze auf seiner Seite zu haben oder einfach "Glück zu haben". Im
Zustand der Gnade scheint es so, als ob der universelle oder kosmische
Geist unsere Gedanken belauscht und unsere Wünsche und Pläne schon wahr
werden lässt, während wir sie gerade erst haben.
Was ich noch zu
sagen hätte:
Ich weis, dass in diesem Text die Antwort fehlt, wie man glücklich
werden kann. Ich habe versucht an
einigen Stellen im Buch etwas zusammenzusuchen, das in etwa eine kurze
Antwort geben könnte, ich habe aber nichts "Kurzes" gefunden. Das Buch
"Bewusst glücklich" ist es einfach wert ganz gelesen zu werden. Die
Antwort zieht sich durch das ganze Buch hindurch.
Meine Antwort ist, dass wir das Gebrabbel im Kopf ignorieren müssen, und
das geht am Besten mit Meditation. Wenn wir uns erst einmal nicht mehr
mit unseren Gedanken identifizieren, dann ist der Anfang gemacht und
alles andere kommt von selbst.
Herzlichst Marion
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